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DIE REZEPTION DER "COMEDIA" IN "CONVERSAZIONE IN SICILIA": SPRACHE
UND VORBILDER.
(perfezionamento in Freiburg i. Br.) 1) SPRACHE Mit der Comedia und Vittorinis Conversazione
in Sicilia stehen sich ein lyrisches Werk und ein Prosawerk gegenüber,
zwischen deren Entstehung ein sehr grosser Zeitraum liegt. Daher ist die
beste Möglichkeit für die Analyse ein Vergleich der Lexik und der Motivik. In Hinblick auf den Wortschatz und die Figur
des Gran Lombardo sei einführend P. Kuon zitiert: "Der beiläufig eingeführte
Übername stellt zugleich die einzige klare Verbalreminiszenz an die Divina
Commedia in Conversazione in Sicilia dar, insofern er nämlich
den Sizilianer, der seine Reisegefährten auf den faschistischen "Gestank"
aufmerksam macht und sie dazu bringt, sich als Antifaschisten zu offenbaren,
mit dem edlen, gerechten und grossherzigen Bartolomeo della Scala gleichsetzt,
der, so die Prophezeiung Cacciaguidas im Paradiso, als erster den
exilierten Dante beherbergen wird. (Par.
XVII, 70-72 Lo primo tuo refugio e 'l primo ostello / sarà la cortesia del
gran Lombardo / che 'n su la scala porta il santo uccello). Die Figur des Gran Lombardo wird im weiterem
Verlauf zum wichtigsten Leitmotiv von Conversazioni in Sicilia aufgebaut
(costruita). Dabei hält sich Vittorini dicht an die literarische Vorlage.
Bartolomeo della Scala der Herrscher über Verona, der dem Heimatlosen Schutz
gewähren, ihm freigebig Wohltaten erweisen..." (p. 145) Der Gran Lombardo Vittorinis, der in Nicosia
wie ein König über sein Land reitet, scheint eine neue Moral zu haben und
zwar das Streben nach positiven Handlungen durch die er ein guter Bürger
sein will ("un buon cittadino"). Diese Ausserung hat als Hintergrund die
Theorie der Aristoteles Politica die Dante
der in der Göttliche Komödia hervorruft. In Grund genommenist ist der Mensch
zoon politicon. Dante sieht in dieser Figur und in seinem Verwandten
Cangrande della Scala die Möglichkeit, die gegenseitigen Auseinandersetzungen
der Parteien (guelfi e ghibellini) zugunsten des Allgemeinwohls zu überwinden. Für eine vergleichende Analyse der Wortschatz
kann man vom Anfang von Vittorinis Werk "astratti furori" hervorziehen. P.
Kuon hebt "astratti furori" als Gegenbegriff zu den "eroici furori" von Giordano
Bruno hervor. (cfr. s. 141, n. 14). Sicher ist "furore" jedoch ein bedeutungvolles
Wort. Dieses Wort hat von Dante und im weiteren Verlauf
über Petrarca bis Ariosto die gleiche Bedeutung gehabt, nämlich "Narr sein".
Trotzdem hat sich die Konnotation dieses Begriffs im Lauf der Zeit verändert.
Bei Dante, Petrarca e Boccaccio ist "furore", laut ursprünglich auf Latein,
ein Synonum von Zorn. Es ist die Eigenschaft der verschiedenen Teufelchen
im 21. Gesang: ch'escono i cani addosso al poverello / che di sùbito chiede ove s'arresta/ usciron quei di sotto al ponticello / e volser contra lui tutti i runcigli. (cfr. auch Inf. XIV, 66) Und auch im Canzoniere von Petrarca
im Sonetto 197: Ira è breve furore e chi non frena... In dieser Entwicklung ist Ariosto sehr wichtig.
Bei ihm steht "furore" unmittelbar im Titel seines Werkes um die verrückte
Suche Orlandos anzuspilen, der seinen Kopf auf dem Mond verliert. In diesem
Fall ist aber "furor" etwas unberechenbar und schon den "astratti furori"
ähnlicher. W. Hempel schribt (s. 182): "Dass Vittorinis
Schilderung Worte wie "buoi" "fumo", "odor di puzzo" immer wiederkehren, verstärkt
die danteske Atmosphäre von Silvestro Hollenwanderung" Und noch: "Wenn die unsichtbaren Krankenzweimal
als "spiriti" bezeichnet werden, so ist dies (... ) eine der häufigsten Bezeichnungen
Dantes für die Bewohner seines Jenseitsreiches" Und schiesslich noch etwas über der Name
von Vittorinis Ich - Erzähler: Silvestro. Hempel zitiet Franca Bianconi und
sagt das es ist eine emblematische Name. (cfr. Inf. II, 142 "intrai per lo cammino alto e silvestro";
XXI, 84 "ch'i' mostri altrui questo cammin silvestro"; XXVIII, 94: Silvestro
papa Name; Purg XXX, 118 "Ma tanto più maligno e silvestro" Par XI, 83 scalzasi
Silvestro) 1) Silvestro ist 30jerige als er seine Reise
anfängt bezieungsweise Dante in der Comedia ist in der Mitte seines
Leben (Inf I,1Nel mezzo del cammin di nostra vita). Darüber die Zeit des Lebens spricht Dante in Convivio
opera "temperata e virile" della seconda età ossia della giovinezza o
gioventute. e nel mezzo di tale età si colloca la Commedia che "riempie
la parte declinante dell'arco della vita". 2) stato di depressione in preda ad astratti furori/
selva oscura 3) sonno/malattia -sonno/peccato 3) homo viator al bivio/ Dante agens 4) Anregung: lettera del Padre guida assente / Virgilio,
guida che parla attraverso le sue opere che è lo suo maestro e lo suo autore 5) viaggio sul mare nero/ Acheronte Sicilia/Inferno W. Hempel schribt: "Dass Vittorinis Schilderung
Worte wie "buoi" "fumo", "odor di puzzo" immer wiederkehren, verstärkt die
danteske Atmosphäre von Silvestro Hollenwanderung" 6) Il viaggio dura tre giorni e tre notti (cfr. capitolo
finale) e se Dante chiama la sua opera Comedia, Vittorini parla di Conversazione: 7) piffero e la voce: anti Orfeo BIBLIOGRAPHIE Werke Opere minori II = D.A., Opere minori, tomo II, a c. di Pier
Vincenzo Mengaldo, Bruno Nardi, Arsenio Frugoni, Giorgio Brugnoli, Enzo Cecchini,
Francesco Mazzoni, Milano-Napoli: Ricciardi 1979. La "Commedia"
secondo l'Antica Vulgata, a cura di
G. Petrocchi, vol. I: Introduzione, Firenze, Le Lettere, 1994 (seconda
ristampa riveduta). |